Wortkandidaten 2013: instagrammen

Mit instagrammen ist heute nach performen gleich das nächste Verb an der Reihe. Es bedeutet (natürlich) „ein Foto von etwas machen und es auf dem sozialen Netzwerk Instagram mit anderen teilen“.

Jurymitglied Kristin Kopf diskutiert im Sprachlog, ob dieses Verb die Kriterien für unseren Wettbewerb erfüllt und wie seine Chancen auf den Sieg stehen.

Wortkandidaten 2013: performen

Der erste Anglizismus des Jahres war 2010 ein Verb: leaken. Auch diesmal sind neben den üblicheren Substantiven wieder eine Reihe von Verben nominiert, z.B: performen.

Im Sprachlog diskutiert Jurymitglied Susanne Flach die Chancen dieses Verbs, das in einer Reihe von Bedeutungen die bereits existierenden Wörter Performanz (Substantiv) und performant (Adjektiv) ergänzt.

Wortkandidaten 2013: Land Grabbing

Mit dem erstmals nominierten Land Grabbing bezeichnet man die Praxis international agierender Agrar- und Energiekonzerne, sich vor allem in Entwicklungsländern große Anbauflächen anzueignen, die der lokalen Bevölkerung dann fehlen.

Im Lexikografieblog bespricht Jurymitglied Michael Mann die Chancen des Wortes auf den Sieg im diesjährigen Wettbewerb.

Wortkandidaten 2013: Thigh Gap

Die sprachlich brandneue und erstmals nominierte Thigh Gap ist eine Lücke zwischen den Oberschenkeln und ein gefährliches weibliches Schönheitsideal.

Im Sprachlog diskutiert Jurymitglied Anatol Stefanowitsch, ob das Wort ausreichend verbreitet und ausreichend bereichernd für den Wortschatz des Deutschen ist, um am Ende unseres Wettbewerbs als Sieger dazustehen.

Wortkandidaten 2013: Paywall

Die Paywall war schon im letzten Jahr nominiert und war wegen seiner Aktualität und der daraus resultierenden breiten Verwendung durchaus ein aussichtsreicher Kandidat, landete am Ende aber nicht unter den Top 3.

Im Sprachlog diskutiert Jurymitglied Kristin Kopf, ob die Entwicklung des Wortes im laufenden Jahr dafür spricht, dass es diesmal klappen könnte.

Wortkandidaten 2013: ranten

Wenn ein Mitglied der „Netzgemeinde“ sich verbal über etwas aufregt ist, schimpft, tobt oder zetert es nicht, es rantet.

Im Sprachlog diskutiert Jurymitglied Susanne Flach die Herkunft und Entwicklung des Wortes und seine (trotz der unbestrittenen Nützlichkeit eher mageren) Aussichten auf den Sieg beim Anglizismus des Jahres 2013.

Wortkandidaten 2013: Veggie Day

Der Ausdruck „Veggie Day“ ist durch die Berichterstattung der BILD-Zeitung über einen Vorschlag der Grünen bekannt geworden, in öffentlichen Kantinen an einem Tag pro Woche nur vegetarische Gerichte anzubieten.

Im lexikografieblog diskutiert Jurymitglied Michael Mann die Herkunft und Entwicklung des Wortes und seine Aussichten auf den Sieg beim Anglizismus des Jahres 2013.

Die Shortlist 2013

Fast hundert Wörter haben Publikum und Jury in diesem Jahr für den Anglizismus des Jahres nominiert – mehr als je zuvor. In den letzten Tagen hat die Jury diese Nominierungen auf ihre Tauglichkeit für den Wettbewerb abgeklopft und eine Shortlist von 16 Wortkandidaten erstellt. Dabei wurden zwölf Wörter streng nach unseren Kriterien ausgewählt; zusätzlich durfte jedes Jurymitglied ein Herzenswort nach Belieben auf die Shortlist setzen, um auch Außernseiterwörtern eine Chance zu geben, sich zu beweisen.

Die sechzehn Wörter werden in den nächsten Wochen hier und in den Blogs der Jurymitglieder ausführlicher besprochen werden, bevor es dann Mitte Januar an die Abstimmung geht. Das Siegerwort wird am 28. Januar 2014 offiziell bekanntgegeben (wir hätten es früher gemacht, aber wir wollten den Kolleg/innen vom „Unwort des Jahres“ nicht dazwischenfunken).

Nun zu den Wörtern.

Besonders interessant: In diesem Jahr haben es gleich drei Affixe auf die Liste geschafft – sprachliche Elemente, die an einen Wortstamm angehängt werden können, um ein neues Wort zu bilden. Ein Wiedergänger ist dabei das Suffix –gate (das 2013 z.B. in Wörtern wie Eierlikörgate, Nipplegate, Dirndl-Gate, Krümelgate, Fähnchen-Gate und Stadtwerke-Gate vorkam. Erstmals nominiert sind die Präfixe Fake– (z.B. in Wörtern wie Fakeschreiber, Fake-Seite, Fake-Account, Fake-Profil, Fake-Foto, Fake-Shop, Fake-Anruf und Fake-Medizin) und Cyber– (z.B. in Cyber-Sicherheit, Cyberattacke, Cyberangriff, Cybermobbing, Cybercrime, Cyberkriminalität, Cyberspionage, Cyber-Experten, Cyberterrorismus, Cyber-Raum, Cyber-Vorfall und Cyber-Betrüger). Interessant an allen drei Affixen ist, dass sie nicht nur mit englischen, sondern auch mit genuin deutschen Wortstämmen kombiniert werden, also im Deutschen produktiv und kreativ eingesetzt werden, um den Wortschatz zu erweitern.

Daneben dominieren wieder Wörter aus dem Bereich Technologie und Netzkultur. In die erste Kategorie fallen Big Data, Gamification, Paywall und (als einziger Hardware-bezogener Wortkandidat) Smartwatch. Die zweite Kategorie ist durch die Substantive Hashtag und Selfie (das Oxford Dictionaries Word of the Year) und die Verben ranten und instagrammen vertreten. Auch der Whistleblower, der schon 2010 unter den Top 3 war und 2013 durch Edward Snowdens Enthüllungen wieder aktuell wurde, gehört in gewisser Weise in diese Kategorie.

Schließlich gibt es noch verschiedene Wortkandidaten aus anderen Bereichen – die Substantive Landgrabbing, Veggie Day und Thigh Gap und das Verb performen, das zwar bereits im Duden steht, aber trotzdem einen Häufigkeitszuwachs verzeichnen konnte, der vielleicht für die Endrunde reicht.

Hier noch einmal die gesamte Liste der Wörter in der Endrunde mit Links zu den Diskussionen im Sprachlog und Lexikografieblog: